naturidentische Hormontherapie

komplementärmedizinische Behandlung
von
Wechseljahrbeschwerden und PMS

Wieviele wichtige Aufgaben Hormone in unserem Körper übernehmen, merken wir erst oft, wenn sie fehlen. Sie sind die Botenstoffe des Körper und essentiell für unzählige Mechanismen, das geordnete Zusammenspiel unserer Körperfunktionen und somit unserer Gesundheit. 

Entsteht durch das Fehlen von Hormonen eine Lücke im System, die der Körper nicht mehr selbst schließen kann, gibt es mehrere Möglichkeiten:

  • Akupunktur
  • Phytotherapie mit Cimicifuga (Traubensilberkerze), Agnus Castus (Mönchspfeffer), TCM-Kräuter etc.
  • naturidentische Hormone, gewonnen aus Pflanzen (Soja oder Yams-Wurzel)

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Yamswurzel

Vorteile 

Der überzeugende Vorteil besteht darin, dass diese biochemisch ein exaktes Abbild der körpereigenen Hormonen darstellen. Daher nennt man sie "bioidentisch" bzw. "naturidentisch".

Hormone im Allgemeinen funktionieren nach einem „Schlüssel- Schloss- Prinzip“. Der Schlüssel, das Hormon, passt genau in das Schloss, die Andockstelle (Rezeptor) im Körper, um dort die nötige Reaktion auszulösen.

Synthetische Hormone, also Medikamente mit  hormonähnlicher Wirkung, wären in dieser Analogie nicht ganz exakt kopierte Schlüssel, die eben nicht ideal in das Schloss passen, oder nur an einer falschen Stelle passen.

Dies ist auch der Grund, warum synthetische Hormonersatzpräparate in vielen Fällen nach jahrelanger Einnahme zu einem erhöhten Krankheitsrisiko führen können (Herzinfarkt, Schlaganfall, Brustkrebs, Gebärmutterkrebs, um nur einige zu nennen (Women’s Health Initiative, WHI 2003).

Ein bisschen Geschichte

In den frühen 1950er Jahren wurden in vielen Pflanzen hormonähnliche Substanzen entdeckt und extrahiert. Dr. Katharina Dalton, eine englische Frauenärztin war eine der Pionierinnen, die schon vor über 60 Jahren die Bedeutung des Progesterons bei Beschwerden vor der Regel, dem PMS entdeckte und ihre Patientinnen mit naturidentischem Progesteron behandelte. Und das mit großem Erfolg. Vor beinahe dreißig Jahren begann der amerikanische Arzt Dr. John R. Lee, seine Patientinnen, die unter Störungen wie Wechseljahrbeschwerden, Osteoporose oder Regelstörungen litten, mit Progesteron aus der Yamswurzel zu behandeln.

Welche Rolle spielen Östrogen und Progesteron in unserem Körper?

Welche wichtige Rolle Progesteron im Körper der Frau einnimmt, sieht man an Hand der Reproduktion. Östrogen baut die Gebärmutterschleimhaut auf und induziert die Eireifung im Eierstock und den Eisprung und Progesteron erhält die Gebärmutterschleimhaut und schützt das befruchtete Ei nach seiner Einnistung und somit die ganze Schwangerschaft.

Das s.g. PMS (Prämenstruelle Syndrom) ist meistens ein Zeichen eines Progesteronmangels.

In den Jahren vor dem Wechsel (Prä-Menopause) kommt es bereits zum Absinken der Sexualhormone und zwar bei Frau und Mann.

Hier beginnt als erstes Progesteron abzusinken. Im Gegensatz dazu bleibt die Östrogenproduktion in den Eierstöcken noch einige weitere Jahre mehr oder weniger normal. Erst während der eigentlichen Wechseljahre (Peri-Menopause und Postmenopause) zeitgleich mit dem Aufhören der Regelblutung sinkt auch Östrogen signifikant ab. Während jeder dieser Phasen ist bei vielen Menschen relativ bzw. absolut weniger Progesteron als Östrogen vorhanden (Progesteronmangel mit relativer bzw. absoluter Östrogendominanz). Dieses Ungleichgewicht kann zu vielfältigen Beschwerden führen.

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Diese für die Wechseljahre typischen Beschwerden sind:

  • Hitzewallungen
  • Schlafstörungen
  • Stimmungsschwankungen
  • depressive Tendenz bis Depressionen
  • Wasseransammlung im Gewebe (Ödeme),
    das Gefühl “aufgeschwemmt” zu sein
  • schmerzhafte Schwellungen der Brust (Mastodynie)
  • Zysten in der Brust und in den Eierstöcken
  • gutartige Geschwülste in der Gebärmutter (Myome)
  • starke und unregelmäßige Regelblutungen
  • erhöhter Blutdruck
  • Blasenprobleme
  • Migräne
  • Herzrhythmusstörungen (“Herzstolpern”)
  • Knochendichteverlust (Osteopenie, Osteoporose)

Gerade in der Osteoporose-Vorsorge und Therapie ist nicht nur Östrogen, sondern auch Progesteron essentiell, da beide zusammen die Knochendichte erhalten.

Wie kann man eine Östrogendominanz behandeln?

Eine direkte Unterdrückung der Östrogenproduktion ist schwierig und funktioniert nur durch nebenwirkungsreiche Medikamente, die in der Krebstherapie östrogeninduzierter Tumore unerlässlich sind. Die natürliche Art hingegen ist die Gabe von naturidentischem Progesteron, dem Gegenspieler zum Östrogen. Künstliche Gestagene oder Progestine können diese Aufgabe zwar prinzipiell auch übernehmen, gehen aber mit mehr Nebenwirkungen einher als das naturidentische Progesteron. Der korrekt geformte Schlüssel sperrt nicht nur besser, sondern macht auch weniger "Kollateralschäden".

Naturidentisches Progesteron kann nicht nur Wechseljahrbeschwerden erfolgreich behandeln, sondern hat eine Vielzahl weiterer positiver Auswirkungen auf die Gesundheit:

  • Wirkt bei depressiven Verstimmungen/ Depression aufgrund seiner natürlichen antidepressiven Wirkung.
  • Unterstützt die normale Blutgerinnung und schützt vor Embolie und Schlaganfall
  • Unterstützt die Fettverbrennung
  • Wirkt entwässernd, also gegen Ödeme und hohen Blutdruck
  • Gefäßwandstärkend
  • Hilft bei Venenbeschwerden
  • Schützt vor den meisten Brustkrebsarten und Gebärmutterkrebs
  • Verbessert die Schlafqualität
  • Wirkt gegen Schilddrüsenunterfunktion, da es die Hormonverwertung verbessert
  • Hemmt die Bildung von Zysten in Brust und Ovarien und Myomen der Gebärmutter
  • Steigert die Gedächtnisleistung
  • Wirkt gegen PMS (Prämenstruelles Syndrom)

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Wie läuft die Therapie mit naturidentischen Hormonen ab?

Für die Therapie ist die Ermittlung des Hormonstatus essentiell, da natürliche Hormone individuell an die Beschwerden und den jeweiligen Hormonstatus angepasst werden müssen. Bioidentische Hormone sind verschreibungspflichtig und werden meist von den gesetzlichen Krankenkassen bezahlt.

Nebenwirkungen sind möglich, treten aber bei meinen Patient*innen fast nie auf, da wir die Therapie einschleichend beginnen.

Darreichungsformen:

  • Kapseln zum Schlucken
  • Zäpfchen zum vaginal Einführen

Cremes zum Eincremen in die Haut

Das männliche Klimakterium

Männer ab 50 Jahren leiden häufig unter einer gutartigen Vergrößerung der Prostata. Dies hängt mit einer Veränderung der Hormonlage zusammen. Östrogen, Testosteron und Progesteron wirken auch im männlichen Organismus. Bei einem Ungleichgewicht kann es zu Prostataproblemen kommen. Progesteron spielt auch in diesem Fall eine wichtige Rolle – es ist kein rein „weibliches“ Hormon. Es kommt bei beiden Geschlechtern vor, wenn auch in unterschiedlichen Mengen, und wirkt nicht verweiblichend. Beim Mann wird Progesteron in der Nebenniere und den Hoden produziert. 

Eine ausgeglichene Hormonlage bedeutet auch Schutz vor Prostatakrebs.  

Die Umstellung des Hormonhaushalts mit zunehmenden Jahren (männlichen Wechseljahre, Klimakterium Virile, Andropause) kann sich bei stark betroffenen Männern durch Libidoverlust, Erektionsstörungen, Gewichtszunahme, Blutdruckschwankungen, Herzrhythmusstörungen, Schlafstörungen und nachlassender Leistungsfähigkeit zeigen. 

Viele Frauen und Männer erleben diese Phase ohne gravierende oder lang anhaltende Beschwerden. Manche allerdings erfahren starke Begleiterscheinungen bei dieser Hormonumstellung. 

Die Erforschung der männlichen Wechseljahre ist noch sehr jung und sinnvolle Behandlungskonzepte sind noch in den Kinderschuhen. Die Erkenntnis, dass künstliche Hormonersatztherapien mit einigen gesundheitlichen Risiken verbunden sind, sollte auch bei der Behandlung der Andropause bedacht und diese optimalerweise nur mit natürlichen, naturidentischen Hormonen behandelt werden.

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Grundregeln der natürlichen Hormontherapie für Frauen und für Männer

Eine Behandlung erfolgt nur bei einem Hormondefizit

  • Ein Defizit sollte nach Möglichkeit mit naturidentischen Hormonen behandelt werden
  • Eine Behandlung erfolgt nur auf Basis vorangehender Labortests zur Ermittlung des Hormonstaus
  • Es wird nur so wenig wie möglich und so viel wie nötig therapiert

Fazit

Naturidentische Hormone, optimaler Weise aus der Yamswurzel, wirken nicht nur präziser, sondern haben auch weniger Nebenwirkungen und sind somit auch sicherer als künstliche Hormone.

Dr. Veronika Königswieser

Ärztin für Allgemeinmedizin, Ganzheitsmedizin

Wahlärztin, keine Kassen

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