Teil 1 FAQ
Coronavirus Immunität

Antworten auf häufig gestellte Fragen: (FAQs)

Sogar in Fachkreisen geht es meist nur um die Immunität durch Antikörper. Diese verschwinden allerdings relativ bald, also nach einigen Monaten. Das ist dann der Zeitpunkt, zu dem wir - laut herrschender Meinung einiger Virologen bzw. Pharmaindustrie - eine Impfung bzw. Auffrischung erhalten sollten.

  • Nein!
    Parallel zur Antikörperbildung baut sich nämlich die Immunität durch T- und B-Zellen auf, die jahrzehntelang aktiv bleiben. Diese Zellen sind das „Gedächtnis“ des Immunsystems und daher der Schlüssel beim Langzeitschutz gegen neuerliche Ansteckung. Dafür wurden auch schon s.g. T-Zell-Tests entwickelt, die die T-Zell-Immunität gegen ein bestimmtes Virus (SARS-CoV-2, Influenza etc.) nachweisen kann.
  • Es wäre für den Körper viel zu aufwendig, ständig für alle Arten von Erregern Antikörper im Blut zu produzieren. Das Blut würde außerdem letztendlich richtig dickflüssig werden. Daher ist es klüger, Antikörper einfach bei Bedarf frisch durch die im Knochenmark gespeicherten Memory-B-Zellen, oder durch mit Hilfe der Helfer-T-Zellen neu gebildeten B-Zellen zu erzeugen.
  • Die Antikörperreaktion ist bei schwerer Erkrankung stärker als bei milder Erkrankung. Eine schnelle und effiziente Eliminierung des Virus, wie das durch T-Zellen passiert, wird nach dem Auftreten von Antikörpern leider nicht beobachtet.

    Daher kann man höchstwahrscheinlich folgende Faustregel aufstellen:
    Starke Antikörper-Anwort bei schwerer Erkrankung - Starke T-Zellen-Antwort bei leichtem Krankheitsverlauf

    Die Immunologie und Virologie haben gelernt.
    Folgende Beobachtung hat man bei anderen Coronavirus-Erkrankungen machen können:

    Schwerere Verläufe von MERS und SARS:

    Studie: MERS-Überlebende, die schwerere Verläufe hatten (länger auf der Intensivstation mit maschineller Beatmung), hatten höheren Antikörperspiegel.

    Im Gegensatz dazu hatten genesene Patienten mit weniger schwerer Erkrankung höhere virusspezifische T-Zell-Zahlen - häufig sogar ganz ohne nachweisbare Antikörper.

    Offensichtlich eliminieren T-Zellen das Virus schnell und effizient, was die Heftigkeit der Immunantwort (z.B. Zytokinsturm) und somit den Schweregrad der Erkrankung mildert. Höhere IgG-Antikörperspiegel gegen das Spike-Protein während der akuten Infektion wurden bei SARS-Patienten beobachtet, deren Lunge stärker geschädigt wurde - oft mit tödlichem Ausgang. SARS-Patient*innen mit glimpflichem Verlauf hatten hingegen niedrige Antikörperspiegel.

     

    Fazit: Entsteht schnell eine starke T-Zellen-Antwort, dann sind Antikörper gar nicht mehr nötig, die Erreger werden schnell beseitigt und der Mensch wird wieder rasch gesund. 

    Marc Hellerstein (University of California, Berkley): die Rolle von T-Zellen und Antikörpern in der Immunabwehr; T-Zellen sind bessere Marker als Antikörper nach einer natürlichen Coronavirus-Infektion.

  • Die s.g. neutralisierenden Antikörper binden sich an die Oberfläche von Viren, z.B. an das Spike-Protein, und verhindern so das Andocken des Virus an die Körperzellen. Sie neutralisieren/machen unschädlich, ohne andere Komponenten des Immunsystems zur Hilfe rufen zu müssen, im Gegensatz zu den s.g. bindenden Antikörper (Binding Antibodies). Letztere können sogar den bekannten Zytokinsturm auslösen. Neutralisierende Antikörper sind also erwünscht, die bindenden Antikörper hingegen können die Krankheitssymptome erst recht befeuern.

  • Im Neutralisationstest (NT) wird sichtbar gemacht, ob man das Virus SARS-CoV-2 überhaupt in sich trägt und auch wieviele Antikörper das Immunsystem gegen SARS-CoV-2 gebildet hat. Neutralisierenden Antikörper binden an die Oberflächenproteine des Virus und blockieren es dadurch. Das Eindringen des Virus in die Körperzellen wird dadurch unmöglich gemacht.

    In Österreich wird ein infektiöses SARS-CoV-2 Virus für den NT verwendet.

    Dieses Verfahren ist aufwendig. Es gibt nur ausgewählte Laborstandorte, die den NT in der Originaldurchführung anbieten.

    Dabei wird eine Zellkultur angelegt, die mit einer definierten Virusmenge mit einer Verdünnungsreihe des zu untersuchenden Serums vermengt beimpft wird. Nach 4 Tagen kann man mittels Lichtmikroskop sehen, bei welcher Verdünnung des Virus durch Antikörper im Serum zu über 50% unschädlich gemacht (neutralisiert) wird. Oder anders gesagt, bei dem über 50 % aller empfänglichen Zellen gesund bleiben. Als Messgröße wird der Neutralisationstiter bestimmt. Je höher die Konzentration an SARS-CoV-2 neutralisierenden Antikörpern ist, umso höher ist der Titer.

    Solch ein aufwendiger Test wie der Neutralisationstest ist für den Massenbetrieb im Labor ungeeignet. Dafür stehen qualitative Antikörpertests zur Verfügung (sagt nur aus, ob Antikörper gegen SARS-CoV-2 überhaupt vorhanden sind oder nicht): Schnelltest („Lateral Flow Assay”); Bluttropfen aus der Fingerkuppe.

    Neuentwicklung seit März 2021:
    Eine quantitative Aussage über die Menge der Antikörper ermöglichen ein optimierter Chemielumineszenz-Test zur Verfügung, der eine Korrelation zum WHO-Referenzmaterial „First WHO International Standard for SARS-CoV-2 immunglobuline“ und damit eine Angabe der Ergebnisse in standardisierten internationalen Einheiten (Binding Antibody Units, BAU/ml) ermöglicht.

  • Nach derzeitigem Kenntnisstand lässt ein bloßer serologischer Nachweis von SARS-CoV-2-spezifischen Antikörpern keine eindeutige Aussage zur Infektiosität oder dem Immunstatus eines Probanden zu. Der Nachweis von SARS-CoV-2-spezifischen Antikörpern schließt deshalb eine Infektiosität eines Patienten nicht mit Sicherheit aus. Das Vorhandensein neutralisierender Antikörper garantiert grundsätzlich eine sterile Immunität und schützt vor Covid-19 (Serumneutralisationstest in Speziallaboren).

  • In der Vergangenheit hat eine Infektion mit Corona Viren stattgefunden (stille Feiung ohne Symptome oder die Erkrankung mit Symptomen)
    oder es besteht eine erfolgreiche Immunisierung durch eine Covid 19 Impfung.

    Auf jeden Fall bedeuten neutralisierende Antikörper ab einer gewissen Menge (ausreichender
    Neutralisationstiter), dass man verlässlich vor einer Covid-19-Infektion geschützt ist.